Jens Baum

 

Wie es weitergeht, wenn nichts mehr geht

Strategien in schwierigen Zeiten München Kösel Verlag 2002, € 14,95

 

Die Nachfrage nach Beratung bei Beziehungsproblemen boomt. Psychotherapeutische Praxen, Beratungsstellen spüren das an der langen Warteliste und nicht selten müssen sich Ratsuchende auf eine Zeit von drei bis sechs Monaten einstellen, bevor sie einen Therapieplatz bekommen. Professioneller Rat ist also nur mit einem langen Atem und viel Geduld zu bekommen! Was aber tun, wenn man den nicht er hat, wenn einem das Wasser bis zum Halse steht, scheinbar keine Perspektive mehr da ist? Neben der Hilfe bei nahen Angehörigen und Freunden ist insbesondere Selbsthilfeliteratur gefragt. Aber bei einem großen Markt das Richtige zu finden ist nicht leicht. Das vorliegende Werk ist rundum zu empfehlen. In einer sehr lebensnahen Sprache zeigt der Autor auf, wie man zu Selbstbestimmung, zur eigenen Kraft und damit zu seiner eigenen Würde zurück finden kann. So mögen zwar Sätze wie: „Gefühle sind Reaktionen, die Sie selbst gewählt haben!“ für Menschen in einer niedergeschlagenen Gemütsverfassung wie eine „Frechheit“ klingen. Doch nach einer Aufklärung darüber, wie Gefühle als Folge von Gedanken entstehen, wird aufgezeigt, wie wir selbst für unsere Gedanken verantwortlich sind und dass kein Mensch uns kränken oder beleidigen kann, es sei denn, dass wir tatkräftig dabei mithelfen. Dieses Buch hilft, schwierige Zeiten in Eigenregie als Chance zu nutzen, sein Leben zu verändern. Sind Menschen sich in Krise und Schmerz doch nahe wie sonst selten und damit sehr lebendig. Es unterstützt Beratungs- und Therapieprozesse, da es Einfluss auf die Kognitionen nimmt. Unabhängig von schwierigen Zeiten hilft es, nahe Beziehungen in Verantwortung für das eigene Glück und Unglück zu gestalten, also gleichwertig und partnerschaftlich.

 

Dr. Rudolf Sanders

 

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