Besprechung aus: Beratung Aktuell,
Fachzeitschrift für Theorie und Praxis der Beratung, Junfermann Verlag Paderborn
, 3 -2007
Heinreich Hagehülsmann (Hrsg.)
Beratung zu professionellem
Wachstum. Die Kunst transaktionsanalytischer Beratung. Vielfalt in Theorie
& Praxis. Band 1. Junfermann Verlag, Paderborn 2007, € 36.00
Diese Publikation
ist der erste von zwei Bänden, die das Feld der Beratung, im Sinne des
transaktionsanalytischen Ansatzes, darstellt. Damit liegt ein weiteres Handbuch
zu diesem Arbeitsfeld vor. In der jüngsten Vergangenheit (vgl. z.B.
Buchbesprechungen in Beratung Aktuell 4, 2004, S. 258-259; 2, 2006, S. 127-129)
ist dies auch schon unter anderen Gesichtspunkten geschehen. Das Besondere an
dieser Vorlage ist darin zu sehen, dass es sich um einen theoriebezogenen Zugang
handelt. Die Transaktionsanalyse ist die Grundlage und wird entsprechend in den
unterschiedlichsten Feldern zu Anwendung gebracht. Dies geschieht auch durch
eine praxisbezogene Reflexion in den Anwendungsbereichen. Folgende Bereiche
finden in dem Band eine Berücksichtigung:
1. Beratung in der Sozialen Arbeit
2. Beratung im Kontext sozialer Arbeit mit
unfreiwilliger Klientel
3. Beratung in der Schule
4. Seminare als spezielle Form von Beratung
5. Interne Beratung im Unternehmen
6. Beratung im Kontext von Nonprofit-Organisationen
7. Prozessberatung in Organisationen
8. Coaching-Einsatz
9. Konfliktberatung in Teams
10. Beratung und Gesellschaft
11. Spiel, Kunst, Kreativität und die
transaktionsanalytische Beratung
12. Was eine beratende Transaktionsanalytikerin
ausmacht
Die Akzentsetzung
bei der Nutzung der Theorie in den Arbeitsfeldern ist unterschiedlich. Es gibt
Beispiele dafür, dass dieser Ansatz als alleiniger Orientierungspunkt für die
Wahrnehmung, Auswertung und Interpretation herangezogen wird. Dann wird er auch
als Instrument zum Verstehen und zur Entwicklung neuer Ansätze genutzt, wobei
dem Gegenstand der Beratung selbst eine eigene Gesetzmäßigkeit eingeräumt wird.
Gemeinsam ist alle Bemühungen eine bestimmte Haltung, die von einem
ausformulierten Menschenbild abhängig ist. Hier werden sich für den Leser
Übereinstimmungen und Abweichungen sowie Fragen zur Übertragbarkeit des
Ansatzes auf die unterschiedlichsten Arbeitsfelder in der Beratung ergeben. In
diesem Zusammenhang kann dem Herausgeber in seinem grundlegenden Beitrage nur
zugestimmt werden, dass „spezifische
Forschung“ notwendig ist, um diesen Ansatz auch empirisch absichern und ihn
zu einem evidenzbasierten Verfahren werden zu lassen.
Das Lesen des
Buches kann dazu beitragen, z.B. eine Entscheidung herbei zu führen, ob dieser
Arbeitsansatz eine Grundlage für das eigenen beraterische Tun in der Zukunft werden
kann bzw. als Hintergrundinformation für entsprechend interessierte Klienten
weitere Informationen zur Verfügung zu stellen. Für entsprechend arbeitende
Beraterinnen und Berater kann es auch als Dokumentation für den eigenen
Arbeitansatz dienen.
Dr. Notker Klann