Besprechung aus: Beratung Aktuell, Fachzeitschrift für Theorie und Praxis der Beratung, Junfermann Verlag Paderborn

 

 

Hildegund und Peter Heinl

Körperschmerz - Seelenschmerz

Die Psychosomatik des Bewegungssystems. Ein Leitfaden

Kösel Verlag 2004,  € 19,95

 

Mittlerweile ist der Zusammenhang zwischen körperlichen Beschwerden und seelischen Ursachen für viele Fachleute offensichtlich. Aber dabei handelt es sich bei weitem noch keinen Allgemeingut. So wollen die Autoren mit dem Buch betroffenen Menschen etwas an die Hand geben, mit dem sie ein Verständnis für ihre Krankheit entwickeln können und ihnen dadurch gleichzeitig Wege zur Heilung aufzeigen. Ärztlichen Kollegen wollen sie die Aufgabe erleichtern, bei einer nicht unterschätzen Anzahl von Patienten die Chancen einer Heilung zu verbessern. Roter Faden ist dabei die Suche nach den unsichtbaren Fäden des Zusammenhangs zwischen Phänomenen und Denkweisen aufzuspüren, die auf den ersten Blick unvereinbar erscheinen, um tiefer liegende gemeinsame Strukturen zu erkennen.

Zwei Orthopäden, die sich nicht mit dem Schmerz ihrer Patienten trotz hundertfacher Krankengymnastik abfinden wollten. Anhand vieler Beispiele aus ihrer Praxis zeigen sie auf, wie es auch im orthopädischen Formenkreis psychosomatische Störungen gibt. So etwa der Zusammenhang bei einem Patienten zwischen chronischen Rückenschmerzen und der Macht der Anweisung aus Kindertagen, "gerade" sitzen zu müssen. Oder die hartnäckigen, therapieresistenten Schmerzen am Kopf, Nacken, Schultern, Arm und Handrücken, die vorwiegend linksseitig auftraten bei umgelernten Linkshändern. Anhand der Zusammenfassung einer Forschungsstudie über 125 Patienten lässt sich die Aussage treffen, dass das von den Autoren entwickelte Gruppentherapiekonzept bei chronischen Rückenschmerzen sehr wirksam ist. Sie vermuten, dass die Besserung und oft überraschende Schmerzfreiheit das Ergebnis von kognitiven Einstellungsänderungen sind, die in den begleitenden tiefen emotionalen Prozessen und Körpererfahrungen leiblich verankert werden.

 

Dr. Rudolf Sanders

Mehr zum Buch

 

Zurück zu den Buchbesprechungen