Besprechung aus: Beratung Aktuell, Fachzeitschrift für Theorie und Praxis der
Beratung, Junfermann Verlag Paderborn
Holloway Elizabeth
Supervision in psychosozialen Feldern, Ein praxisbezogener Supervisionsansatz.
Verlag Junfermann, 1998 Paderborn
Die amerikanische Professorin Elizabeth Holloway beschreibt Supervisionsprozesse anhand ihrer eigenen Arbeitserfahrungen als praktizierende Supervisorin. Sehr praxisorientiert analysiert sie mit Hilfe der sogenannten SAS – Analyse („Systemorientiertes Arbeiten mit Supervision“) anhand von Transkripten die supervisorische Arbeit. Ihr integrativer Ansatz erschließt die Möglichkeit der Analyse dieser Prozesse und ergänzt somit die forschungsarme europäische Supervisionspraxis. Deutlich wird hier auch der Unterschied zwischen amerikanischem und europäischem Supervisionsverständnis. Sie beschreibt ausschließlich Einzelsupervisionen von Studenten, die eine therapeutische Ausbildung machen, Supervision hat in diesem Rahmen vor allem auch die Aufsicht über und Kontrolle von professionellen Kompetenzen zu garantieren. Europäische und vor allem deutschsprachige Supervision ist an politischen, sozialphilosophischen und psychologischen Erkenntnismodellen geschult und bietet damit ein weit umfassenderes Verständnis sozialer Prozesse. Irritierend ist zunächst auch, dass sie immer wieder von einem „systemischen Ansatz“ schreibt, was aber nichts mit „Systemischer Therapie“ oder „Systemischer Supervision“ nach europäischem Verständnis zu tun hat.
Sie ordnet sich theoretisch keiner bestimmten Schule zu, sondern ist eher theorie- und methodenübergreifenden Ansätze verbunden, wie sie hierzulande im Bereich der „Integrativen Supervision“ bekannt sind. Sehr erhellend und wichtig zum Verständnis ist das Nachwort von Hilarion G. Petzold, der das europäische Denken in Sachen Supervision erläutert, E. Holloways Buch sehr gut kommentiert und die unterschiedlichen Definitionen von Supervision gegenüberstellt. Das Buch eignet sich für Menschen, die nach Beobachtungskriterien für das Geschehen in Einzelsupervisionen suchen, die sich mit wissenschaftlicher Untersuchung von Supervision beschäftigen möchten und vor allem auch für Leser, die sich für die Unterschiedlichkeit der Supervisionskulturen im europäischen und amerikanischen Raum interessieren.
Ute Villing, Beratungsstelle Villingen/Schwenningen
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