Besprechung aus: Beratung Aktuell, Fachzeitschrift für Theorie und Praxis der Beratung, Junfermann Verlag Paderborn , 2 -2007

 

 

 

Notker Klann, Kurt Hahlweg, Christina Limbird & Douglas Snyder

EPF - Einschätzung von Partnerschaft und Familie

Deutsche Form des Marital Satisfaction Inventory - Revised (MSI-R)

 

Hogrefe Verlag, Göttingen 2006, 69,00€

 

Mit diesem Manual (einschließlich 10 Fragebögen, Auswertungsschablonen etc.) liegt die überarbeitete Fassung des EPL, der bereits in der Beratungsbegleitenden Forschung (BF) seit Anfang der neunziger Jahre einen festen Bestandteil hatte, vor. Er richtet sich an Partner im Alter von 18 Jahren bis ins höhere Lebensalter, die eine Intimbeziehung leben oder verheiratet sind. Der Beraterin liefert er neben ihrem  persönlichen Eindruck von einem Paar eine recht genaue Übersicht über die aktuelle Situation an Hand von 150 Items die folgenden Inhaltsskalen zugeordnet werden: Globale Unzufriedenheit mit der Partnerschaft, Affektive Kommunikation, Problemlösen, Aggression, Gemeinsame Freizeitgestaltung, Konflikt um Finanzen, Sexuelle  Unzufriedenheit, Rollenorientierung, Konflikt in der Ursprungsfamilie, Unzufriedenheit mit  den Kindern, Konflikte bei der Kindererziehung. Die interne Konsistenz  der Skalen sind befriedigend bis sehr gut mit einer guten mittleren internen Konsistenz. Er verfügt über gut diskriminative und Konstruktvalidität und außerdem bildet er sensitiv Veränderungen auf Grund einer Eheberatung ab.

Auf Grund langjähriger Erfahrungen mit der Vorgängerversion kann ich mir Eheberatung ohne Einsatz des EPF überhaupt nicht mehr vorstellen. Er hilft mir nicht nur, die eigene Arbeit prospektiv zu evaluieren, sondern er ermöglicht Klienten auch durch das Ausfüllen, Probleme im Miteinander überhaupt erst einmal zu benennen und darüber miteinander ins Gespräch zu kommen. Bedenken gegen einen Einsatz, dass die 150 Items eine Überforderung für die Klienten seien, kann ich in keiner Weise teilen. Ganz im Gegenteil fühlen diese sich dadurch ernst genommen!

Bei der immer noch sehr unzureichenden Datenlage über einzelne Beratungsformen im Bereich der Ehetherapie und Beratung bietet der EPF eine ausgezeichnete Grundlage, Vorgehensweisen effizienzbasiert zu begründen.

 

Dr. Rudolf Sanders