Besprechung aus: Beratung Aktuell,
Fachzeitschrift für Theorie und Praxis der Beratung, Junfermann Verlag Paderborn
Helmut Kuntz
Das SuchtBuch
Was Familien über Drogen und Suchtverhalten
wissen müssen
Beltz Verlag,
Weinheim und Basel, 2005, 22,90 €
"Hängen
geblieben" ( dies ist ein Begriff aus der Suchtsprache ) bin ich an der
pharmakologisch exakten und in der eigenen Vorstellung nachvollziehbaren
Beschreibung der Wirkung von Rauschdrogen. Nach Lektüre des "SuchtBuchs" kann der aufmerksame Leser in der "peer group" mitreden - auch ohne eigene direkte Erfahrung!
Dem Autor gelingt
in nach Zielgruppe getrennten Kapiteln das Kunststück einer mehrdimensionalen
Vermittlung des Wesens von süchtigem Verhalten für Eltern, Jugendliche,
(Nicht-) Konsumenten, Laien und Fachpersonal. Fallbeispiele aus dessen
langjährigen Praxis in der Drogenberatung prägen nachhaltig die Einstellung,
durch Nichtgebrauch nichts zu versäumen bzw. vor Gebrauch zumindest ein klares
Bild über Art und Ausmaß der Risiken zu gewinnen. - Weitere Kapitel sind
"Der rote Faden in der Sucht", "Sucht als Beziehungskrankheit",
"Coabhängigkeit als Kehrseite der süchtigen
Medaille" und "Die Suche nach dem Suchtgen".
Auf dem Hintergrund
des Wesens und der Dynamik süchtiger Beziehungsstrukturen beschreibt Helmut
Kuntz stoffungebundene
Verhaltenssüchte wie Mager-, Spiel-, Herrsch- und Arbeitssucht als eine andere
Ausprägung der gleichen Münze und schlägt den Bogen zu unserer süchtig
agierenden Konsum-, Leistungs- und Kommunikationsgesellschaft. Die Lektüre des SuchtBuchs hat mir eine empathische und gezieltere
Versorgung von süchtigen Patienten im gefährlichsten Stadium ihrer Sucht - im
Notarztwagen und auf der Intensivstation - ermöglicht. Das SuchtBuch
ist dem interessierten und vorgebildeten Leser uneingeschränkt
zu empfehlen.
Dr. med. Armin Kirschner, Schongau
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