Besprechung aus: Beratung Aktuell,
Fachzeitschrift für Theorie und Praxis der Beratung, Junfermann Verlag Paderborn
Ruth Limmer
Beratung von Alleinerziehenden
Grundlagen, Interventionen
und Beratungspraxis
Aktuelle Forschungsbefunde
und Erfahrungen aus der
Beratungspraxis weisen nach,
dass der Familienalltag von
Eltern, die gemeinsam mit ihren Kindern zusammen leben,
sich vom Alltag der
meisten allein erziehenden Familien unterscheidet. So sind diese
stärker von sozioökonomischen sowie
gesundheitlichen Risiken betroffen. Im Vergleich zu zusammen lebenden Mütter
sterben allein erziehende Mütter deutlich früher. So ist bei den erwerbstätigen unter ihnen das Risiko einer Erschöpfungsdepression um das dreifache höher als bei berufstätigen verheiratete Mütter minderjähriger Kinder. Angesichts
der Tatsache, dass rund
jedes dritte Kind, das zur Erziehungsberatung angemeldet wird, bei einem allein erziehenden Elternteil lebt und dass jede vierte Beratung
in unmittelbarem Zusammenhang
mit der Arbeit an Trennungs- und
Scheidungsproblemen steht, wird die hohe Bedeutung
der Thematik „Alleinerziehen“ deutlich.
An verschiedenen Beispiel aus der Praxis wird sehr konkret
der Bogen geschlagen: Etwa wenn ein Kind erwünscht ist, aber nicht das Leben
als klassische Familien
gewählt werden kann, weil der
entsprechende Partner nicht dazu passt
- bis hin zu der Situation des Aushandelns des Umgangsrechtes nach Trennung und Scheidung. Neben
dem Einzelsetting in der
Beratung werden auch
Möglichkeiten der Gruppen von Alleinerziehenden aufgezeigt. Ein empirisch fundiertes
Buch das Verständnis für die vielfältigen
Lebenssituationen und die besonderen Anforderungen
des Alleinerziehenden schafft und entsprechende Kenntnisse für die Beratungspraxis vermittelt.
Dr. Rudolf Sanders
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