Besprechung aus: Beratung Aktuell, Fachzeitschrift für Theorie und Praxis der Beratung, Junfermann Verlag Paderborn

 

Hilarion G. Petzold, Brigitte Schigl, Martin Fischer & Claudia Höfner

Supervision auf den Prüfstand  - Wirksamkeit, Forschung, Anwendungsfelder, Innovation

Edition Donau-Universität Krems, Leske+Budrich 2003, 29,90 €

 

Supervision in Therapie und Beratung hat sich als fester Bestandteil professionellen Handels etabliert und wird als verzichtbar angesehen. Ob diese hohe Meinung, der Anspruch der damit verknüpft ist, hält, was er verspricht, ist bisher kaum empirisch überprüft worden. So stellt das vorliegende Werk sicherlich ein Meilenstein auf dem Weg der Supervision hin, zu einem empirisch fundierten begründeten Handeln dar. Es erschließt die internationale Supervisionsliteratur und den aktuellen Forschungsstand, bietet Anregungen für die Entwicklung von Theorie, Material für die Praxis für Forschung und Methodik. So wird etwa verdeutlicht, dass es die Supervision nicht gibt, sondern dass man es auf internationaler Ebene, aber auch im deutschsprachigen Bereich, mit einer kaum überschaubaren Zahl von unterschiedlichen Supervisionsverständnissen, Ansätzen, Methoden, Schulen zu tun hat, für die es bislang keinen gemeinsamen Nenner in theoretischer oder methodischer Hinsicht gibt. Angesichts der  € 70 Millionen, die nach einer vorsichtigen Modellrechnung  jährlichen in Deutschland für Supervision ausgegeben werden, gilt es auch hier für Transparenz zu sorgen. Denn es kann  keinen generalisierten Wirkungsnachweis für Supervision bei dem  derzeitigen Stand der Forschung geben. So fordern die Autoren, verbunden mit konkreten Empfehlungen, empirische Wirksamkeits- und Qualitätsforschung mit dem Ziel, dass einzelne Ansätze von Supervision ihre Wirkung (efficacy) ihre Wirksamkeit (effectiveness) nachweisen. In Sinne der Kollegen und Kolleginnen, unserer Klienten und Klientinnen, die letztlich den Nutznießer von Supervision sein sollen, ist dieses Werk sicherlich als ein "Hallo wach!" zu bezeichnen.

Dr. Rudolf Sanders

 

 

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