Besprechung aus: Beratung Aktuell,
Fachzeitschrift für Theorie und Praxis der Beratung, Junfermann Verlag Paderborn
Junfermann Verlag Paderborn, 2004,
Kindern leben etwa bis zum Ende der Grundschulzeit in einer
ganz eigenen Welt. Die zeichnet sich etwa dadurch aus, dass sie noch wenig in
der Lage sind, sich neben sich zu stellen, also auf einer Metaebene über sich
selbst nachzudenken, sich in ihrer Lebenssituation zu begreifen. Deshalb sind
sie kaum in der Lage, ihre Situation, das familiäre Beziehungsgefüge, in dem
sie leben, als nicht normal, als
veränderungsbedürftig anzusehen. Diese Fähigkeit zur Exzentrizität bildet sich
erst im Verlaufe der Identitätsentwicklung immer deutlicher heraus. Ihre
Symptome und Auffälligkeiten sind für sie eine Möglichkeit, um andere zu erreichen,
um gesehen, gehört, verstanden zu werden und
vielleicht auch eine Möglichkeit, sich selbst zu verstehen. Diese sind immer
gebunden an den Interaktionen mit und an die Beziehung zu wichtigen Menschen.
Schwer und lang andauernde Symptome sind immer die Folge von Einschränkungen in
der Entwicklung von Ich-Funktionen, dem Wahrnehmen, Fühlen, Denken, Handeln und
so weiter. Diese bewirken in sich wiederum eine Weichenstellung im Sinne von
Einschränkungen der weiteren Entwicklung von Ich-Funktionen und von Identität.
Die Autorin, eine erfahrene Kindertherapeutin, beschreibt sehr konkret den
Verlauf einer Gruppe, die notwendigen Materialien, die Zusammensetzung des
Leitungsteams und spezifische Kind gerechte Interventionen. Sehr anschaulich
werden die teilnehmenden Kinder vorgestellt und deren positive, durch die
Therapie angestoßenen, Veränderungen. Ein sehr praxisnahes Buch, theoretisch auf
einem soliden Fundament geschrieben mit einer großen Liebe zu Kindern in
schwerer seelischer Not.
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