Besprechung aus: Beratung Aktuell, Fachzeitschrift für Theorie und Praxis der Beratung, Junfermann Verlag Paderborn

 

Dorothea Rahm

 

Integrative Gruppentherapie mit Kindern

Junfermann Verlag Paderborn, 2004,

 

Kindern leben etwa bis zum Ende der Grundschulzeit in einer ganz eigenen Welt. Die zeichnet sich etwa dadurch aus, dass sie noch wenig in der Lage sind, sich neben sich zu stellen, also auf einer Metaebene über sich selbst nachzudenken, sich in ihrer Lebenssituation zu begreifen. Deshalb sind sie kaum in der Lage, ihre Situation, das familiäre Beziehungsgefüge, in dem sie leben, als nicht normal, als veränderungsbedürftig anzusehen. Diese Fähigkeit zur Exzentrizität bildet sich erst im Verlaufe der Identitätsentwicklung immer deutlicher heraus. Ihre Symptome und Auffälligkeiten sind für sie eine Möglichkeit, um andere zu erreichen, um gesehen, gehört, verstanden zu werden und vielleicht auch eine Möglichkeit, sich selbst zu verstehen. Diese sind immer gebunden an den Interaktionen mit und an die Beziehung zu wichtigen Menschen. Schwer und lang andauernde Symptome sind immer die Folge von Einschränkungen in der Entwicklung von Ich-Funktionen, dem Wahrnehmen, Fühlen, Denken, Handeln und so weiter. Diese bewirken in sich wiederum eine Weichenstellung im Sinne von Einschränkungen der weiteren Entwicklung von Ich-Funktionen und von Identität. Die Autorin, eine erfahrene Kindertherapeutin, beschreibt sehr konkret den Verlauf einer Gruppe, die notwendigen Materialien, die Zusammensetzung des Leitungsteams und spezifische Kind gerechte Interventionen. Sehr anschaulich werden die teilnehmenden Kinder vorgestellt und deren positive, durch die Therapie angestoßenen, Veränderungen.  Ein sehr praxisnahes Buch, theoretisch auf einem soliden Fundament geschrieben mit einer großen Liebe zu Kindern in schwerer seelischer Not.

 

Dr. Rudolf Sanders

 

 

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