Besprechung aus: Beratung Aktuell,
Fachzeitschrift für Theorie und Praxis der Beratung, Junfermann Verlag Paderborn
Dietmar Schulte, Klaus Grawe, Kurt Hahlweg
& Dieter Vaitl (Hrsg.)
Ratgeber zur Reihe "Fortschritte der
Psychotherapie"
Ratgeber Schlafstörungen
Informationen für Betroffene und Angehörige,
Göttingen, Hogrefe Verlag
Der zweite Band der
Ratgeberreihe wird für jeden Leser, sei er nun von Schlafstörungen aktuell
betroffen oder als Beratender in diesem Bereich tätig oder einfach nur an dem
Phänomen interessiert, diese Publikation gewinnbringend lesen. Die Darstellung
der Inhalte orientiert sich an der bewährten Gliederung. In einem eigenen Kapitel
wird zunächst erörtert, was Schlafstörungen überhaupt sind (8 Seiten). Dann
wird in einem weiteren Kapitel (7 Seiten) dargestellt, wie Schlafstörungen
entstehen und welche Ursachen es für die Aufrechterhaltung dabei gibt. Das
Kapitel 3 erläutert (35 Seiten), was man gegen Schlafstörungen unternehmen
kann. Der Leser wird mit den neuesten Erkenntnissen aus der Schlafforschung und
dem physiologischen und psychologischen Bereich vertraut gemacht. Er selber
wird an das Erscheinungsbild der Schlafstörungen herangeführt, um einschätzen
zu können, was er unternehmen kann bzw. ob er sich Hilfe holen muss. Um hier zu
einigermaßen verlässlichen Informationen und Einschätzungen kommen zu können,
bietet das Buch am Ende Arbeitsblätter an. Hierzu gehört das Arbeitsblatt:
Schlafprotokoll, Kurzfragebogen Insomnie, Kurzfragebogen Hypersomnie,
Scheckliste primäre Insomnie, Entspannungsanleitung.
Wegen der Tatsache,
dass wohl jeder Mensch in seiner Vergangenheit kurze oder langfristige Phasen
erlebt hat, in denen er mehr oder weniger gut einschlafen bzw. durchschlafen
konnte, hat das Buch einen hohen Erklärungswert. Es lassen sich hierfür
Erklärungsmodelle finden bzw. im Sinne der Prävention Wissen finden, welches
dann bei künftigen Einschlafschwierigkeiten etc. eine große Hilfe sein kann.
Somit dient dieser Ratgeber nicht nur denjenigen, die sich aktuell mit
Schlafstörungen befassen müssen, sondern wird auch im vorbeugenden Sinne dazu
beitragen können, dass sich überhaupt keine Beeinträchtigungen auf Grund unangemessenes Verhaltens entwickeln und/oder stabilisieren
kann. So wird dem Leser sicher auch eine Feststellung verwundern: „Zusammenfassend
gilt bislang, dass eine wissenschaftliche Klärung der Frage, warum wir
schlafen, noch nicht gelungen ist. Aus diesem Grunde muss die Alltagsweisheit
genügen, dass Schlaf immer noch das beste Mittel gegen Müdigkeit ist!“
Dies Buch hat auch im Hinblick auf den
Medikamenteneinsatz und/oder –bedarf bei Schlafstörungen eine höchst
aufklärende Wirkung. Es werden die derzeitigen Erkenntnisse in Bezug auf die
gängigen Schlafmittel bzw. schlafinduzierenden
Substanzen dargestellt und erläutert. Dabei fällt besonders auf, wie wichtig
eine ärztliche Begleitung bei einer regelmäßigen Einnahme von Schlafmitteln ist
bzw. mit welchem Konsequenzen zu rechnen ist, wenn
immer wieder auf schlafinduzierende Substanzen zurückgegriffen
wird. Hierfür bietet der Band Alternativen auf der Verhaltensebene an, die
insbesondere auf die Entspannungsanleitung von Jacobsen zurückgreift. Für den
interessierten Leser wird dann auf weiterführende Literatur hingewiesen, die
unter folgenden Gesichtspunkten zusammengetragen wurde:
-
Einführung
in die Thematik
-
Schlaf-Umfassende
Werke
-
Insomnie
-
Restless legs
-
Hypersomnie (Apnoe/Narkolepsie)
-
Schlafstörungen
bei Kindern
-
Träume
Eine umfangreiche Adressenliste im Internet zu den wissenschaftlichen
Fachgesellschaften, Selbsthilfegruppen und Literaturdiensten rundet das
Informationsangebot ab.
Davon ausgehend, dass auf Grund der Anlässe, die zum Aufsuchen der
Beratungsstellen führen (insbesondere auch Partnerprobleme) Personen durch
Schlafstörungen beeinträchtigt sein könnten, gehört dieser Band aus der
Ratgeberreihe nicht nur in die Fachbibliothek der in den Beratungsstellen
Tätigen, sondern auch ins Wartezimmer, damit die Klienten selber diesen Band in
die Hand nehmen können, um sich dann dafür oder dagegen entscheiden zu können.
In jedem Fall wird die Beratungsstelle auf diese Weise ein Teil ihres
präventiven Auftrags für die Klienten realisieren.
Zurück zu
den Buchbesprechungen